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Yin Yoga

Das Ergebnis von Yin Yoga ist ein Zustand,

vergleichbar einer Katze am winterlichen Holzofen-Feuer.

 

Der Körper ist entspannt, gelöst und hingebungsvoll losgelassen … bis in eine sehr tiefe körperliche Ebene hinab ... flexibel, weich, gut gedehnt und ohne jegliche Anstrengung liegend ... mit Weichheit und Geschmeidigkeit … fest und bequem … spürbar und bereit,, aber im äußerlichen Nichtstun und innerlichen „Nichtsein“, in der stillen Präsenz.

 

Die Atmung ist fein und subtil … fließend ein und fließend aus … kaum wahrnehmbar, geht tief in den Körper und kommt aus der Tiefe des Körpers zurück ... jeder Einatmung erhebt den Geist in die Klarheit des eigenen Seins … jede Ausatmung gibt den Körper weiter frei, macht ihn weicher und gelöster.

 

Der Yin-Yogi / die Yin-Yogini sind, wie vermutlich die Katze auch, frei von Verspannungen der emotionalen Vergangenheit … nichts ist verbaut, verankert, blockiert oder unnötig fest ... aus dem Körper drängen sich keine festgesetzten oder ungelöste Probleme der Vergangenheit … die Körper-Energien können fließen … ohne Blockaden … ohne Reibung … ausgewogen und ausbalanciert.

 

Der Geist hat dadurch den Freiraum, in die eigene Stille … in die eigene Präsenz zu gehen … wach und klar … es fällt ihm leicht, dort zu verweilen.

 

Körper und Geist sind in ihren natürlichen Ruhezustand.

Jederzeit bereit, wenn Yang Aktivität benötigt wird, diese zu erfüllen.

Bereit, aber frei.

 

 

Der Weg dorthin verläuft über Yin Yoga Asanas

  • die lange gehalten werden,

  • die keinen Kraftaufwand erfordern,

  • die in tiefe Schichten („kaltes, eher festes Yin Gewebe: Bänder Sehnen, Gelenke) des Körpers dringen.

 

Damit diese Zielgebiete erreicht werden, erfordert es

  • eine gute Kenntnis der Körperstrukturen,

  • eine entsprechende Ansage des Lehrers und

  • ein gutes Spüren der Yogis und Yoginis.

 

 

 

In der Praxis („faul rumliegen“) soll Zeit zum „Reinkommen“ und zum Loslassen in der Asana sein … körperliches und geistiges Loslassen … auch Loslassen von der Idee „es gilt etwas zu erreichen“ … es gilt in die Asana hineinzufließen, durch sanftes ausprobieren, ausbalancieren, sich anschmiegen an die Idee der Form … unterstützen und unterbauen des Körpers …

… bis sich im Zielgebiet ein sanftes feines Dehnungsziehen einstellt … vielleicht ein wohlweh, langsam mit jedem Atemzug schwindend … niemals Anstrengung, ungutes oder Schmerz … je nach Tagesform, je nach Anatomie des eigenen Körpers … jeder Atemzug trägt die Dehnung in die Weichheit und Gelöstheit … weil der Yogi / die Yogini beginnt, nichts mehr festzuhalten ...

… keinen Gedanken und kein Körperteil … die Anspannung wird geringer … das Loslassen spürbar tiefer bis hin zum Anstrengungslos in der Asana sein.

 

Jeder Gedanke schwindet im Warten auf Nichts, dem Verweilen in der Haltung.

Es gibt nichts zu tun, außer „Katze am winterlichen Holzofen-Feuer sein“.

 

Irgendwann wird es Zeit zum „Rauskommen“ aus der Asana … auch dabei gilt, den Körper mit Zeit und Achtsamkeit in Richtung Shavasana zu führen.

 

REBOUND!

 

… der Körper in der Ruhestellung … ohne Dehnung, ohne Zielgebiet … die gesamte innere Energie, fließt wieder in die „normale“ Körperform zurück … verteilt sich neu und intensiver als zuvor ...

 

Shavasana: … nach jeder Yin-Asana ist diese die wichtigste Asana, um die Yin-Wirkung zu entfalten ... der Körper gibt alle Zielgebiete frei und der Geist bleibt in seiner Stille … nachspüren …

 

… bis die nächste Asana, das nächste Zielgebiet ruft … leise, achtsam … der Körper „yin-t“ in einer stimmigen Abfolge einzelner Zielgebiete … auch als Basis für die Harmonie und den Einklang mit dem eher yang-igen Alltag oder der Yang Yoga Praxis.

FEB2026 Stefan

© 2026 Christiane Kinzelbach, Mainz

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